"Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Menschen mit Migrationsgeschichte sind in Deutschland in etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Erwerbspersonen ohne Migrationshintergrund. Ursächlich dafür sind zahlreiche Faktoren. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Bundesprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" seit 2005 an der Zielsetzung, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern.

(1) Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung

Mit der Anerkennungsberatung unterstützt das Förderprogramm IQ Menschen mit ausländischen Qualifikationen bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Im Zentrum steht die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Über 100 IQ Beratungsstellen unterstützen die Ratsuchenden auf ihrem Weg in und durch das Anerkennungsverfahren und informieren über passende Anpassungsqualifizierungen bzw. Ausgleichsmaßnahmen. Mit der neuen Programmlinie "Faire Integration" gibt es in allen Bundesländern Beratungsstellen, die Geflüchtete bei sozial- und arbeitsrechtlichen Fragestellungen beraten und unterstützen.

(2) Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext des Anerkennungsgesetzes

Akteure im zweiten Handlungsschwerpunkt des Förderprogramms IQ bieten Anpassungsqualifizierungen, um die volle Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zu unterstützen. Die für eine volle Gleichwertigkeit in reglementierten Berufen notwendigen Qualifikationen können durch Qualifizierungsmaßnahmen ausgeglichen werden. Zudem werden für Akademikerinnen bzw. Akademiker aus nichtreglementierten Berufen Brückenmaßnahmen für eine der Qualifikation entsprechenden Beschäftigung angeboten.

(3) Interkulturelle Kompetenzentwicklung der zentralen Arbeitsmarktakteure

Im dritten Schwerpunkt bietet das Förderprogramm IQ Trainings und Beratungen zur interkulturellen Kompetenzentwicklung in Jobcentern, Agenturen für Arbeit, kommunalen Verwaltungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen und deren Verbänden an. Ziel ist es, interkulturell zu sensibilisieren, interkulturelle Öffnungsprozesse anzustoßen und Diskriminierungen abzubauen.

(4) Regionale Fachkräftenetzwerke - Einwanderung

Mit dem vierten Handlungsschwerpunkt werden bestehende Netzwerke der Fachkräftesicherung durch zielgruppenspezifische Expertise unterstützt sowie vorhandene Initiativen und Akteure im Bereich der Fachkräftesicherung zusammengeführt. Es sollen regional und lokal abgestimmte Konzepte zur Fachkräftesicherung etabliert sowie Angebote der arbeitsmarktlichen und gesellschaftlichen Integration für Zugewanderte besser verzahnt werden.

 

Die regionale Umsetzung des Förderprogramms erfolgt durch 16 Landesnetzwerke. Sie werden jeweils von einer Landeskoordinierung geleitet und umfassen operative Teilprojekte zu den benannten Schwerpunktthemen.

Neben den Landesnetzwerken gibt es fünf IQ Fachstellen, die bundesweit zu migrationsspezifischen Themen arbeiten und die Begleitung der Landesnetzwerke übernehmen. Darüber hinaus beraten sie fachlich fundiert Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Auf Bundesebene wird das Förderprogramm über das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ) organisiert. MUT IQ unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren, fördert den Transfer guter Praxis und sorgt für die öffentlichkeitswirksame Darstellung.

Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).



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